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Personalwirtschaft: Gehalt der Dax-Vorstände sinkt 2022


Die durchschnittliche Vergütung der Dax-Vorstände ist im vergangenen Jahr gesunken. 2022 verringerte sich die durchschnittliche Gesamtvergütung pro Dax-Vorstand um 8,4 Prozent, das Mediangehalt sogar um 15,9 Prozent. Das zeigt eine Analyse des Grundgehalts sowie der kurzfristigen und langfristigen variablen Vergütung der Dax-Vorstände, welche die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) gemeinsam mit dem Lehrstuhl für Controlling der Technischen Universität München durchführte. Dabei wurden Pensions- und Vorsorgeleistungen unberücksichtigt gelassen.

Als Grund für die Kürzung der Gehälter machen die Analystinnen und Analysten vor allem zwei Faktoren aus: die negative Entwicklung des Dax-Indexes von -12,3 Prozent und die teilweise anspruchsvollen Ziele, die den Vorstandsmitgliedern und -vorsitzenden gesetzt wurden, und die nicht vollständig erreicht wurden. Die Höhe der kurzfristigen Vergütungsbestandteile ist im Besonderen davon abhängig, welche Ziele zu Anfang des Jahres gesetzt wurden. Diese Ziele wurden 2021 deutlich übertroffen, sodass man davon ausgehen kann, dass die Aufsichtsräte die Ziele für 2022 umso ambitioniert gesetzt haben. Das zeigt sich demnach in dem Maß der Zielerreichung und damit in der Höhe des Gehalts.

Auch, dass 2022 ein Jahr der Krisen war, hat laut den Analystinnen und Analysten Einfluss auf die Gesamtgehälter der Dax-Vorstände. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine zum Beispiel führte dazu, dass fehlende Rohstoffe, die sonst von Russland oder der Ukraine geliefert worden wären, zu erheblich teureren Preisen auf dem Weltmarkt eingekauft werden mussten. Dadurch wurden die wirtschaftlichen Ziele teilweise nicht erreicht und die Gehälter der Dax-Vorstände fielen geringer aus.

Deutsche Bank zahlte ihren Vorständen am meisten

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Trotz der geringeren Vergütung haben die Dax-Vorstände 2022 alles andere als schlecht verdient: Das Gehalt eines Vorstandsvorsitzenden betrug im Schnitt 5,1 Millionen Euro brutto, für ein Vorstandsmitglied waren es 2,9 Millionen Euro. Ganz vorne im Ranking landet die Deutsche Bank mit der höchsten Gesamtvergütung für Vorstandsmitglieder von durchschnittlich 6,8 Millionen Euro. Auf den hinteren Rängen hingegen befinden sich Sartorius mit 1,4 Millionen Euro, Adidas mit 1,1 Millionen Euro und Zalando mit 0,8 Millionen Euro. Betrachtet man nur die Personalvorstände, wie wir es in unseren eigenen Recherchen getan haben, zeichnet sich ein ähnliches Bild: Hier landet ebenfalls Zalando mit der Vergütung der Personalvorständin Astrid Arndt auf dem letzten Platz. Wer ganz vorne mit dabei ist, haben wir hier zusammengefasst:

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Das Geschlecht hat einen Einfluss auf die Vergütung, zumindest, wenn man den DSW-Zahlen folgt. Demnach verdienen männliche Vorstände im Schnitt 15,9 Prozent mehr als ihre Kolleginnen. Dennoch befindet sich auf dem dritten Platz der am meisten verdienenden Vorstandsvorsitzenden eine Frau: Merck-Chefin Belén Garijo López erhielt 2022 einen Verdienst von fast 8,3 Millionen Euro. Mehr verdienten nur der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank Christian Sewing mit 9,2 Millionen Euro und der Volkswagen-Chef Oliver Blume mit 8,8 Millionen Euro. Blume hat allerdings eine im Dax einzigartige Doppelposition: Er ist ebenfalls Chef von Porsche und verdient als solcher nochmal eine halbe Millionen Euro zusätzlich.

Nicht-deutsche Vorstandsmitglieder verdienen weniger

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Neben dem Geschlecht haben die Studienmacherinnen und -macher die Vorstandsvergütung auch nach der Herkunft der Vorstände analysiert und herausgefunden, dass nicht-deutsche Vorstandsmitglieder 6 Prozent weniger verdienen als ihre deutschen Kollegen und Kolleginnen. Trotz der niedrigeren Vergütung von nicht-deutschen Vorständen, verdienen alle Vorstandsmitglieder im Schnitt 38-mal mehr als die Mitarbeitenden der Dax-Unternehmen.

Trotz dieses hohen Unterschieds knackt kein deutscher CEO die Zehn-Millionen-Euro-Marke. Das passt nicht ins internationale Bild, denn in den USA beispielsweise verdient kein einziger Vorstandsvorsitzender des Leitindizes Dow Jones Industrial Average weniger als die besagten zehn Millionen Euro.

Stefanie Jansen

Stefanie Jansen ist Volontärin in der Redaktion der Personalwirtschaft. Ihre Themenschwerpunkte sind Aus- und Weiterbildung, der Job HR und neue Arbeitszeitmodelle.

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Author: Allison Huff

Last Updated: 1704018361

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